Johann Peter Hebel - 250. Geburtstag
Verfechter religiöser Toleranz

Dr. Jan Badewien, Prof.Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann und
Dr. Franz Littmann führten gemeinsam durch die Hebel-Tagung
In der Evangelischen Akademie Baden wurde der 250. Geburtstag Johann Peter Hebels gefeiert. Der alemannische Dichter, Kalendermann, Pfarrer, Lehrer und erste Prälat der 1821 frisch unierten badischen Landeskirche ist nach heutigen Maßstäben über seine Heimat, das Wiesental in Südbaden, kaum hinausgekommen. Dennoch hatte er einen ausgesprochen weiten Blick und prägte "Kirche und Kultur Badens wesentlich mit", sagte Akademiedirektor Dr. Jan Badewien (Karlsruhe) zur Eröffnung einer Tagung, die den Brückenbauer Hebel ins Blickfeld rückte. Die Akademietagung mit der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe im Rahmen des Literatursommers 2010 verstand sich als ein Beitrag, das weit verbreitete Klischee vom "gemütlich heiteren Volkserzähler" aufbrechen und "einen anderen Hebel darstellen", so der Germanist Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Karlsruhe).
Lesenswerte Veröffentlichungen
Theologie und Naturwissenschaft
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Das Verhältnis zwischen christlichem Glauben und den Naturwissenschaften ist von jeher kein ungetrübtes. Während ein christlicher Fundamentalismus unter dem Stichwort „Kreationismus“ aktuell auch hierzulande Zuspruch findet, reduzieren Teile der Naturwissenschaft Religion auf biochemische Vorgänge. In der Auseinandersetzung, wie sich theologische Aussagen über Gott und die Schöpfung zu naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen verhalten, nimmt Dirk Evers in den Beiträgen dieses Buches eine vermittelnde, aber klare Position ein. Seine Ausführungen sind Beispiele für eine nüchterne, methodisch und inhaltlich abgewogene interdisziplinäre Diskussion, die die Fragen der Naturwissenschaften in die Theologie hinein vermittelt und die theologischen Anliegen in den Bereich der Naturwissenschaften.
Für den in diesem Buch veröffentlichten Beitrag „Gotteswahn? Religionsbeschimpfung im Kleid der Wissenschaft“ erhielt
Evers den Bad Herrenalber Akademiepreis 2009.
brosch., 105 S., 9 €,
ISBN 978-3-89674-563-7, Herrenalber Forum
Band 62, Karlsruhe 2010
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Literatur der Anfangsjahre
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Die Literatur in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland ist geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, dem Schrecken und den Entbehrungen von Krieg und Nachkriegszeit, aber auch von der Hoffnung auf die neue Demokratie. In dieser Zeit sammeln sich Vertreter verschiedener Generationen mit unterschiedlichsten Lebenserfahrungen. Die einen wollen zurück zum Bewährten, andere experimentieren. Das findet seinen Niederschlag in Werken, von denen sich nur wenige bis heute auf dem Büchermarkt behaupten konnten. Sie alle aber sind es wert, erinnert zu werden – und so wenden sich die Beiträge diese Dokumentation einer Tagung mit der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe sowohl bekannten als auch vergessenen Autorinnen und Autoren zu.
brosch., 174 S., 13 €,
ISBN 978-3-89674-562-0
Herrenalber Forum
Band 61, Karlsruhe 2010
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Globalisierung gestalten
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Siegfried Strobel (Hg.)
Werte für eine soziale und gerechte Welt
Globalisierung
neu denken
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Die Globalisierung hat ein Doppelgesicht: Einerseits bringt sie Menschen, Kulturen und Ideen einander näher. Anderseits leiden weltweit immer mehr Menschen unter den ökonomischen Folgen. Dabei ist Globalisierung nichts Neues. Es gab sie schon immer, wenn auch im kleineren Maßstab. Neu dagegen ist der ungeheure ökonomische Druck den sie erzeugt, so dass Solidarität und Mitmenschlichkeit oft auf der Strecke bleiben. Die Globalisierung braucht deshalb verlässliche Regeln und Werte, die nicht nur die Renditen, sondern auch die Menschen und die begrenzten Ressourcen unserer Welt berücksichtigen.
brosch. 113 S., 8,50 EUR,
ISBN 978-3-89674-128-8,
Herrenalber Protokolle,
Band 125, Karlsruhe 2009
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Tagungen, Workshops und Seminare
Neues Akademieprogramm 2010/2011
Unter den Rubriken "Religion und Kultur", "Streitpunkte", "Lebenskunst" und "future spirit" lädt das neue Halbjahresprogramm der Evangelischen Akademie Baden 2010/11 auf insgesamt 36 Seiten zu Tagungen, Seminaren, Workshops und Studienreisen ein. Vorgestellt werden auch die neuen Tagungs-Dokumentationen. |
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Den Anfang macht die die Tagung "Arm = krank?" vom 24. bis 26. September. Sie zeigt den Zusammenhang zwischen frauenspezifischen sozialen Benachteiligungen und Armutslagen und fragt nach Lösungsansätzen. Unter dem Titel "Hauptsache religiös?" wird vom 1. bis 3. Oktober der Frage nachgegangen, was Christliche Identität im religiösen Pluralismus bedeutet.

Professor Dr. Hartmut Kreß, Akademiepreisträger 2010
Am Sonntag, den 10. Oktober wird der diesjährige Bad Herrenalber Akademiepreis an Professor Dr. Hartmut Kreß (Bonn) verliehen. Kreß wird zum Thema "Ethischer Zweifel im Umgang mit dem Lebensbeginn und dem Lebensende " sprechen.
Innovativ ist das "Trost-Projekt": die Veranstaltungsreihe lädt in der Zeit vom 7. November bis 8. Dezember dazu ein, dem Trost und dem Tröstlichen in seinen vielen Facetten nachzugehen. Auf der Tagung "Subvention oder Marktorientierung? Wanken die Säulen der europäischen Agrarpolitik?" wird am 11. und 12. November über die Ausgestaltung und Weiterentwicklung der zukünftigen europäischen Agrarpolitik diskutiert. Dem Thema "Erneuerbare Energien", die seit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wieder in den Mittelpunkt gerückt sind, ist die Tagung "Wege aus der Klimakrise mit dezentraler und zentraler Technik" vom 19. bis 21. November gewidmet.
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Dr. Michael Nüchtern verstorben
Die Akademie trauert um
langjährigen Akademiedirektor
Nach schwerer Krankheit ist der langjährige Direktor der Evangelischen Akademie Baden Dr. Michael Nüchtern am 7. Juli 2010 im Alter von 60 Jahren verstorben. Nüchtern war von 1979 bis 1995 zunächst Studienleiter der Evangelische Akademie Baden, deren Leitung er später übernahm. 1995 berief ihn die Evangelische Kirche in Deutschland zum Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin. Seit 1998 leitete er das Referat Theologie, Gemeinde und Verkündigung der Evangelischen Landeskirche in Baden. 2009 musste er aus gesundheitlichen Gründen die Leitung abgeben. Bis zu seinem Tod war Michael Nüchtern als Referent für Theologische Grundsatzfragen tätig.
Für Landesbischof Dr. Ulrich Fischer ist der Tod Nüchterns ein „außerordentlich schwerer Verlust“. Nüchtern habe über Jahre hinweg die Landeskirche theologisch geprägt und den Dialog zwischen Kirche, Welt und Gesellschaft mit wesentlichen Impulsen vorangebracht.
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diskussionen aktuell
Differenzierte Diskurse

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Unter dem Titel "Differenzierte Diskurse in einer differenzierten Gesellschaft" setzt sich Akademiedirektor Dr. Jan Badewien (Karlsruhe) in der neuesten Ausgabe des Akademie-Newsletters "diskussionen aktuell" mit dem Auftrag der Kirche in einer |
differenzierten Gesellschaft auseinander. Komplett abgedruckt wird ein Beitrag von Dr. Klaus Holz über "Zukünftige Rahmenbedingungen von Akademiearbeit", in dem der Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. (Berlin) die Chancen der Akademiearbeit im Reformprozeß auslotet. Darüber hinaus wird über wichtige Akademietagungen, neue Publikationen und die Tagungsstätte in Bad Herrenalb berichtet.
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Was der Glaube braucht
Zweifel statt einfache Wahrheiten

Peter L. Berger sieht im Zweifel eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliches Miteinander
Der bekannte Religionssoziologe und Sozialphilosoph Peter L. Berger (Boston) sprach auf Einladung der Evangelischen Akademie und des Instituts für Soziologie, KIT, in Karlsruhe über das "Lob des Zweifels" - unter diesem Titel ist sein aktuelles Buch erschienen, in dem er gemeinsam mit dem niederländischen Philosophen Anton Zijderveld der Frage nachgeht "Was ein überzeugender Glaube braucht". Im Dialog gab Peter L. Berger Auskunft über die Kernpunkte, Hintergründe und Ziele seines "Lob des Zweifels". Auch die Haltung, die sich zwischen Relativismus und Fundamentalismus hält, kann ihm zufolge "von echter Leidenschaft inspiriert sein, wenn es darum geht, die Grundwerte zu verteidigen, die sich aus der Wahrnehmung dessen ergeben, wie der Mensch beschaffen ist". Dieser Leidenschaft im Lob des Zweifels wollte der Dialog mit Berger auf die Spur zu kommen, der durch weitere Stimmen bereichert wurde. Gesprächspartner waren die Islamwissenschaftlerin Fatma Sagir (Freiburg), der katholische Religionssoziologe Michael N. Ebertz (Freiburg) und der evangelische Theologe Georg Lämmlin (Karlsruhe).
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