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Die Evangelische Akademie Baden
1955
1955 gab es eine interne Aussprache zwischen Akademie und Männerwerk. Oberkirchenrat Heidland schlug eine engere Zusammenarbeit zwischen Akademie und Männerwerk (Gegenheimer) vor, nachdem schon seit 1952 gemeinsame Tagungen mit dem damaligen Männerpfarrer Walter Adler (Mannheim) veranstaltet worden waren. Schomerus stellte in dem Gespräch das Proprium der Akademie heraus und betonte, daß die Akademie sich mehr an das Publikum wendet, die Werke mehr an die Gemeinde. Dadurch habe die Akademie eine besondere Gestalt.
Schomerus konnte auf hohe Besucherzahlen verweisen, durchschnittlich kamen 68 Tagungsteilnehmer nach Herrenalb, eine Zahl, die von keiner Akademie anderer Landeskirchen erreicht wurde. Im Anschluß an das Gespräch werden von Heidland regionale und methodische Unterschiede zwischen Akademie und Männerwerk festgestellt: die Akademie orientiere sich auf Landesebene, das Männerwerk auf Bezirksebene, die Akademie behandele allgemein grundsätzliche Fragen, das Männerwerk praktische Fragen. In der Folgezeit wurden dennoch beide Ansätze in der Akademiearbeit verfolgt.
Eine dieser idealtypischen Akademietagungen 1955 war die Tagung Esprit und Geist, mit der sich die Akademie um ein konstruktives Verhältnis mit Frankreich bemühte. In seiner Tagungseinladung schrieb Schomerus:
Mannigfach sind die Fäden, die Frankreich und Deutschland miteinander verknüpfen, und wir tun gewiß nicht gut daran, nur die politischen Beziehungen der beiden Völker zu verhandeln. Auf dieser Ebene wird man leicht allzu propagandistisch und ordnet alles den aktuellen Zwängen unter. Die wirklichen Begegnungen zwischen den Völkern finden auf der geistigen Ebene statt.
Letzte Änderung: 12. Januar 2000, © Ralf Stieber (rts), Evangelische Akademie Baden, Karlsruhe